Yamaoka Blog

Merkel & Co.: PR-Dilettanten in der Krise

von Tom Yamaoka

veröffentlicht in: Politik, Allgemeines

Das Bild unserer Regierung vermittelt aus PR-Sicht etwas Rührig-Ungeschicktes. Während die USA nicht aufhören zu betonen, dass sie noch genügend Munition gegen die kommende Rezession im Magazin haben, macht unsere Regierung das genaue Gegenteil. Sie sagt: Das zweite Paket ist alles, was wir haben. Mehr geht nicht! Das war die letzte Kugel!

Obwohl sich ausnahmslos alle Experten einmal darüber einig sind, dass dieses zweite Paket auch noch das Falsche ist mit seinen fragwürdigen Anreizen und den unerklärbaren Timings (Steuerentlastung ab 1. Juli) gibt die Regierung keine plausible Erklärung für ihr Handeln ab, die irgendjemand außerhalb des Regierungsviertels versteht.

Es ist ein offenes Geheimnis unter Journalisten und Bankern, dass Steinbrück kaum einen Überblick über die Reichweite der Krise hat.
Wenn wir, wie sein Kollege Struck sagt: „… nur auf Sicht fahren können, weil wir keine Ahnung haben was vor uns liegt …” ist das schon schlimm genug. Sich aber dann auch noch freiwillig in seinen Reaktionsmöglichkeiten einzuschränken (und das auch noch allen zu erzählen), ist gelinde gesagt, dann doch mehr als verwunderlich.

„Das zweite Paket ist alles, was wir noch machen können. Danach ist Schluss!” Kann man es denn noch ungeschickter anstellen? Wäre es nicht etwas beruhigender für 80 Millionen Deutsche, wenn die Regierung nicht schon jetzt ihre Kapitulation erklären würde? Wenn sie zum Beispiel sagen würde: „Wir können noch weiter nachjustieren. Wir haben noch viele Möglichkeiten. Ja liebe Leute, es wird schwer, aber wir sind noch nicht hilflos”, das wäre doch mal eine Botschaft die zumindest etwas Zuversicht verleiht.

Im Übrigen könnte es helfen, wenn sich unsere Regierung einmal Gedanken macht über das „best case”- Szenario und das „worst case”-Szenario und wie man darauf reagieren könnte. Dadurch hätte die Bevölkerung wenigstens den Eindruck, dass die Regierung professionell mit einer Krise umgehen kann. Gute Öffentlichkeitsarbeit sieht irgendwie anders aus….

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