Yamaoka Blog

Die Krise und ihre Auswirkungen auf Agenturen, Teil 3

von Tom Yamaoka

veröffentlicht in: Allgemeines, Public Relations

Warum alte Freunde und Kollegen auf einmal wieder auftauchen

Seit Wochen melden sich alte Kollegen und Bekannte wieder. Seit Jahren waren sie verschollen. Seit Jahren wurde kein Network betrieben. Seit Jahren kein Hallo zu Weihnachten. Seit Jahren kein Bedürfnis zu kooperieren.

Jetzt jede Woche mehrere Anrufe: „Hey, wie geht’s Dir? Kennst Du mich noch, wir haben uns damals…”
Kurzes Sortieren im Langzeitgedächtnis, dann die Erkenntnis. Ja, das war doch die blonde hübsche Werberin, die damals beim Formel 1 Rennen in Barcelona dieses umwerfende blaue Kleid trug.
Ich: „…Ach ja, und – wie geht’s Dir? Was treibst Du so?”

Der Szene geht es schlecht. Die Einschläge kommen näher, Etats implodieren. Gute Kollegen wurden gegangen.

Es ist die Zeit des Zusammenrückens. So eine Art Winter im Frühsommer. Die Krise wird zum Kuppler.

Peter Heinlein nannte es neulich beim Essen das neue Cocooning. Allein sein ist schrecklich. Es bilden sich, wie in einem Westernfilm, kleine Wagenburgen, zum gegenseitigen Schutz und zur gemeinsamen Suche nach Kalifornien. Gemeinsam ist die Chance zum Überleben größer.

Wer darin Opportunismus sieht, hat recht. Aber verwerflich ist das nicht. Es ist der Anfang eines Sinneswandels. Er wird Jahre dauern.

2 Kommentare zu „Die Krise und ihre Auswirkungen auf Agenturen, Teil 3“

  1. Ich bin auch so einer: He Tom, kennst Du mich noch? Habe zwar damals kein blaues Kleid getragen, dafür war ich mal Volo bei Euch – Ein weiser Mann hat mal gesagt: “Spackentum bringt Ruhm! ” Ist das eigentlich immernoch so?
    Grüße aus dem Allgäu,

    Boris

  2. heinline sagt:

    soweit also, lieber Tom, die Vertraulichkeit des Wortes. Danke für die Verewigung des Gedankens im Netz. Hätte ja sonst außer uns beiden keiner mitbekommen. Ich sollte aber genauer formulieren: Im Kokon ist eigentlich immer nur Platz für ein Wesen. Sich Abkapseln ist aber wahrscheinlich nicht der Weg. Fürchte, dass der Druck noch größer werden muss, bevor an den Joint ( ja, wohl auch an die Tüte), das gemeinsame, Handeln gedacht wird. Open Source geht erst dann wirklich, wenn nicht nur einer profitiert. Wer fängt damit an, sein Ego über Bord zu werfen?

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