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Artikel-Schlagworte: „Klickbot“

Der Klick-Trick

Dienstag, 31. Januar 2012

von Katja Hoppe

 

Wir stolperten bei Recherchen zu potenziellen Online-Medienkooperationspartnern über ein interessantes Garantieversprechen. Ein großes Onlinemedium versicherte: „Wir garantieren Ihnen bei einer Medienkooperation mit uns 3.000 Clicks täglich auf Ihrer Website“. Mit anderen Worten: Jeden Tag sollten wir mit Hilfe der Kooperation mindestens 3.000 Besucher mehr auf der gewünschten Website begrüßen dürfen. Wir fragten uns: Wie kann so etwas garantiert werden? Geht es da mit rechten Dingen zu?

Antwort: Kann sein, muss aber nicht. Es gibt einen kleinen Trick – einen elektronischen Helfer: den „Klickbot“. Von diesen kleinen Programmen gibt es im Internet viele, sie generieren automatisch Traffic auf der gewünschten Seite. Diese „Klickbots“ klicken in einem vorgegebenen Rhythmus auf ausgewählte Links, Banner etc. – die besseren unter ihnen können sich sogar vor jedem neuen Klick eine frische IP-Adresse zulegen, sodass sie als immer neue Besucher wahrgenommen werden.

Eigentlich werden diese Klickbots dafür eingesetzt, den Leuten, die Pay-per-Klick-Anzeigen (z. B. von Google) in ihre Seiten eingebunden haben, (nicht ganz legal) mehr Geld einzubringen, sie können aber auch für alle anderen Zwecke verwendet werden, wie zum Beispiel, um 3.000 Besucher pro Tag auf einer bestimmte Seite garantieren zu können…

„GhostMouse“ ist eins dieser Freeware-Tools, das Mausbewegungen aufzeichnet und im nächsten Schritt automatisiert wiederholt. Ähnlich einem Musik-Recorder drückt man bei Beginn der Aufzeichung auf den “Record”-Button, führt einmalig die Aktion aus und kann anschließend in beliebiger Geschwindigkeit die Aktion so oft wie gewünscht ablaufen lassen.

Der „Click-Ghost“ ist sogar noch ein bisschen raffinierter, denn er geht auf Webseiten und klickt sich auf der gewählten Seite noch wahllos weiter durch die Ebenen. Dies passiert nach einem Zufallsprinzip, sodass er von einem echten Besucher nicht zu unterscheiden ist. Bei diesem Modell kann man auch automatisch die Klick-Sequenzen wechseln, sodass der Besuch der Seite keinem bestimmten Rhythmus folgt.

Die meisten Klickbots kann man umsonst runterladen und sie sind idiotensicher in der Bedienung. Was sagen wir dazu? Gut zu wissen, dass es diese „Helfer“ gibt. Wir sind gewarnt und horchen ab jetzt auf, wenn Medien mit garantierten Besucherzahlen locken. Lieber 100 echte Klicks von interessierten Menschen als 3.000 von einer Maschine, die sonst nur Nullen und Einsen versteht.